kaliningrad

Gefährliche Zuspitzung

22.06.2022

Von Tom Seeauge

Mit der Blockade von zunächst 50 Prozent des Güterverkehrs auf der Schiene zwischen Russland und Kaliningrad durch die litauische Regierung wird ein neues Kapitel in der Konfrontation zwischen der NATO/EU und Russland aufgeschlagen.

Die litauische Regierung beruft sich dabei formal auf ihre Pflicht zur Umsetzung von vereinbarten EU-Sanktionen gegen Russland.

Die Exklave Kaliningrad hat keine direkte Landgrenze mit Russland und die Versorgung erfolgt nahezu ausschließlich per Schiene über Belarus und Litauen oder dem Seeweg. Sollte den NATO-Strategen eine komplette Blockade der Region Kaliningrad in den Sinn kommen, also die Land- und Seewege komplett abschneiden, hätte Russland in der Tat nur zwei Optionen: der Blockade standhalten oder sich militärisch den Zugang zu sichern.

Will man mit dieser gefährlichen und durch nichts zu rechtfertigenden Provokation testen, wie Russland reagiert?

Die NATO und damit auch die BRD sind damit auf dem besten Weg neben dem Krieg in der Ukraine einen weiteren Konfliktherd zu schaffen, vielleicht, weil man Russland mit dem aufgezwungenen Krieg in der Ukraine allein doch nicht „ruinieren“ kann?

Diese offene Provokation gegen Russland, diesmal auf direktem Weg durch ein NATO-Mitglied, ist brandgefährlich und erhöht durch die direkte Konfrontation zwischen NATO und Russland die Gefahr eines Atomkrieges.

Die BRD ist, wie kann es anders sein, direkt dabei, nicht nur durch ihre Bundeswehrpräsenz in Litauen.

Auch in der Ukraine gerät die BRD immer weiter in den Sumpf des Krieges. Bezeichnenderweise einen Tag vor dem Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, sind laut tagesschau.de die ersten sieben Panzerhaubitzen in der Ukraine eingetroffen, die seit 11. Mai in der Bundeswehr-Artillerieschule Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) ausgebildeten ukrainischen Soldaten inklusive.

Erstmals veröffentlichte die Bunderegierung eine Liste ihres militärischen Geräts, dass sie bisher offiziell als beteiligte Kriegspartei in die Ukraine geliefert hat.

Man darf sicher sein, dass auf dem Wunschzettel des ukrainischen Regimes in Kiew weiteres tödliches und kriegsverlängerndes Material steht und geliefert wird, vor allem bezahlt durch die Arbeiterklasse unseres Landes.